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Erste Hilfe bei Verbrennungen

Richtig Handeln bei Verbrennungen

Schnell ist es passiert, eine kleine Verbrennung beim Kochen oder Backen, beim unachtsamen Umgang mit Feuer, im Straßenverkehr oder bei der Arbeit. Von einer Verbrennung spricht man, wenn es zu Temperaturerhöhung der Haut von über 50 Grad kommt.

Das Wichtigste ist eine rasche Erstversorgung der Verbrennung, egal, wie schwerwiegend sie ist. Wenn möglich Flammen mit einer Decke ersticken bzw. mit Wasser übergießen, Kleiderbrände sofort löschen, evtl. auch durch Wälzen am Boden. Auf jeden Fall brennende Personen am Weglaufen hindern (der Luftzug facht das Feuer noch mehr an). Eingebrannte Kleidung nicht entfernen, nur bei Bedarf am Wundrand wegschneiden.

All diese Maßnahmen sollten allerdings nicht das Kühlen der betroffenen Körperregion zeitlich verzögern. Nach Möglichkeit so rasch wie möglich unter reines fließendes handwarmes Wasser (ca. 20Grad) halten bis der Schmerz nachlässt, mindestens jedoch 10–15 min.

Bei größerer Verbrennung, wenn die Person blass oder kreislaufinstabil ist, unbedingt die Basismaßnahmen durchführen (z.B. Atmung erleichtern; Lagerung) und bei anhaltenden Beschwerden nicht zögern, die Rettung unter 144 (112 Eruonotruf) zu verständigen. Der Leitstellendisponent in Österreich steht Ihnen bei der gemeinsamen Rettung zur Seite.

Doch welche Wunde kann ich selber behandeln, mit welcher muss ich zum Arzt und wann sollte ich unbedingt die Rettung rufen?

Zum Verständnis sollte man sich die Haut genauer anschauen:

Sie setzt sich aus der Oberhaut (Epidermis), der Lederhaut (Dermis) und der Unterhaut (Subkutis) zusammen.

Je nachdem, wie heiß und tief die Verbrennung ist, wird in verschiedene Grade eingeteilt.

Verbrennung 1. Grades

Bei der Verbrennung 1. Grades kommt es nur zu einer oberflächlichen (Epidermis) Schädigung der Haut: Ein typisches Beispiel wäre der (leichte) Sonnenbrand. Es kommt meist zeitverzögert zu einer Rötung und Schwellung mit Spannungsgefühl und Schmerz bei Berührung. Hier helfen kühlende Sprays und Gele, idealerweise mit hautregenerierendem Dexpanthenol und feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen. Anschließend sollte die Haut gut gepflegt werden, um ein Austrocknen und Abschälen zu verhindern. Üblicherweise heilen Verbrennungen 1. Grades ohne Narbenbildung ab. Aufgrund des erhöhten Risikos, später im Leben an Hautkrebs zu erkranken, sollten auch leichte Verbrennungen möglichst vermieden werden.

Verbrennung 2. Grades

Hier ist die Schädigung der Haut schon deutlich tiefer und reicht bis in die Lederhaut (2a) bzw. betrifft sie komplett (2b) Es kommt zu Blasenbildung mit Rötung (2a) bis hin zu offenen Blasen (2b) bei weißlich verfärbter Haut. Je nach Tiefe können die Schmerzzellen mitbetroffen sein und so das Schmerzempfinden deutlich reduziert sein. Hier ist eine gute Desinfizierung der Wunde von größter Wichtigkeit. Nicht mit der Wunde verklebendes Verbandmaterial sorgt für den richtigen Schutz. Blasen sollten am besten nur vom Arzt geöffnet werden, falls dies in seltenen Fällen notwendig sein sollte. Die Abheilung von Verbrennungen 2. Grades dauert deutlich länger und kann sich über Monate hinziehen.

Verbrennung 3. Grades

Es kommt zu Zerstörung der gesamten Haut und Hautanhangsgebilden: Daher kann die Berührungsempfindlichkeit deutlich reduziert sein. Es kommt fast immer zu Narbenbildung. Ein Weg zum Arzt ist unbedingt erforderlich. Bei größeren Verbrennungen (größer als die eigene Handfläche) ist sofort Rettung zu alarmieren.

 

Zur Berechnung der Flächenausdehnung der Verbrennung kann man die eigene Handinnenfläche (1%) als Hilfe nehmen. Bei Verbrennung, die größer sind (außer Sonnenbrand) sollte man einen Arzt zu Rate ziehen.

Dr. Mehtap Prandstetter

ASZ- Arbeitsmedizinisches Zentrum

www.asz.at

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