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Insektenstiche- Behandlung und Komplikationen

Jedes Jahr werden viele tausend Menschen von verschiedenen Insekten gestochen. Die Gefahr ist jetzt in der warmen Zeit besonders hoch. Die Reaktionen verlaufen sehr unterschiedlich und können von Schmerzen und Rötung an der Einstichstelle bis hin zu schwerwiegenden Symptomen führen. (Ca. 3 % der Bevölkerung leiden an einer lebensbedrohlichen Allergie.)

Schmerzen mit Juckreiz und Schwellung an der Einstichstelle, welche relativ rasch auftreten, sind so gut wie immer vorhanden. Dazu kommt oft ein Taubheitsgefühl rund um die Einstichstelle. Diese Schwellung kann als sogenannte „gesteigerte Lokalreaktion“ eine größere Region betreffen und einige Tage andauern.

Kommt es aber im weiteren Verlauf zu allgemeinen Symptomen wie Hitzegefühl, Beklemmung, Kribbeln in den Händen /Füßen, Schwellung der Zunge und/oder zu Atembeschwerden, sollte man diese Beschwerden sehr ernstnehmen und sich medizinsicher Unterstützung (Anruf bei der Rettung 144 // Notarzt) holen.

Wichtig zu erwähnen ist, dass die Reaktion auf einen Stich bis zu 8 Stunden zeitverzögert eintreten kann.

Besondere Gefahr ist natürlich immer gegeben, wenn man ein Insekt „verschluckt“, d.h. wenn man ein Getränk zu sich nimmt , worin sich ein Insekt befunden hat.und in der Folge im Rachenraum gestochen wird. Hier kann schon eine scheinbar „harmlose“ Lokalreaktion ausreichen, um einen lebensbedrohlichen Zustand hervorzurufen.( Schwellung im Halsbereich – mit Verlegung der Atemwege)

Wenn Sie schon einmal mit einer Allgemeinreaktion auf einen Insektenstich reagiert haben, sollten sie eine mögliche Allergie durch den Arzt abklären lassen. Im gegebenen Fall  stehen verschiedene Therapien wie Hyposensibilisierung und/oder Notfallmedikation zur Verfügung.

Personen, die schon einmal eine lebensbedrohliche Reaktion auf einen Stich erlebt haben, bekommen ein bestimmtes Medikament, den Epi Pen, als Notfallset zur Verfügung gestellt und sollten diesen auch immer bei sich tragen. Wichtig ist, auch ihre Umgebung darüber zu informieren, damit Sie Ihnen bei Bedarf auch helfen können. Da der EpiPen injiziert werden muss, ist es ratsam, sich vorher in Ruhe mit dem Gerät vertraut zu machen.

Um Insektenstiche zu vermeiden empfehle ich:

·      Auf Barfußgehen im Freien verzichten

·      Vorsicht beim Ernten von Fallobst,

·      Umgebung von Abfalleimern vermeiden

·      Essen im Freien vermeiden

·      Getränke nur aus insektensicheren Behältern trinken,

·      Ruhig bleiben und den Mund schließen, wenn sich ein Insekt in körperliche Nähe befindet.

·      Achtung: Parfums und Sonnenschutzmittel können Insekten anlocken

Insektennester nicht angreifen und / oder sich in der Nähe aufhalten. Besonders Wespen werden aggressiv wenn sie sich und ihr Haus bedroht sehen. In dem Fall die Feuerwehr verständigen.

Empfehlung nach Insektenstich :

  • Stachel vorsichtig mit einer Pinzette entfernen, da sich am Stachel noch die „Giftblase“ befindet (wenn keine Pinzette vorhanden dann den Stachel mit dem flachen Finger herausschieben.
  • Kühlen der Einstichstelle
  • Wenn möglich Ruhigstellen und Hochlagern
  • Bei Stich im Mund / Gesichtsbereich: Eis lutschen und kühlende Gesichtsumschläge auflegen
  • Gele und Salben mit antiallergischer und betäubender Wirkung sowie essigsaure Tonerde- Umschläge
  • Gut wirksam sind auch Geräte, die das von den Insekten in die Wunde eingebrachte Fremdeiweiß durch Hitzeeinwirkung deaktivieren. Die Reaktion auf den Stich fällt dann üblicherweise    deutlich schwächer aus.
  • Ruhe bewahren und bei Unsicherheit die Rettung/ Notarzt verständigen (144 oder Euronotruf 112)

Dr. med Mehtap Prandstetter

Ärztin für Allgemeinmedizin

Spezialgebiet Arbeits- und Notfallsmedizin

Arbeitsmedizinisches Sicherheitszentrum Linz

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